Vorschau auf den BCM-Kongress

Aus dem Verband

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir nähern uns dem 2. Bundeskongress Compliance Management, der in nunmehr knapp vier Wochen am 26. und 27. November in Berlin stattfindet. Dort werden wir neben einem spannenden und vielfältigen Programm unter anderem unsere diesjährige Berufsfeldstudie „Wie sehen Führungskräfte in Deutschland den Compliance Manager?“ vorstellen, die wir in Zusammenarbeit mit Professor Henning Herzog, Leiter des Lehrstuhls für Betriebswirtschaft, Governance, Risk & Compliance der Quadriga Hochschule Berlin, durchgeführt haben. Ich freue mich, Ihnen bereits jetzt die ersten Ergebnisse präsentieren zu können, die uns wichtige Erkenntnisse zur Vermessung und Schärfung unseres Berufsbildes geben. Der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis ist uns sehr wichtig – so werden wir im Rahmen des Bundeskongresses bei der feierlichen Abend-Gala im Tipi am Kanzleramt erstmalig einen Nachwuchsförderpreis für eine herausragende Abschlussarbeit aus dem Bereich Compliance Management verleihen. Ich bin schon sehr gespannt und würde mich freuen, auch Sie Ende November in Berlin oder bald als Mitglied in unserem Verband zu begrüßen!

Mirko Haase

 

 

Mirko Haase
Präsident BCM

Fremdbildstudie: Wie sehen Führungskräfte in Deutschland den Compliance Manager?

Dieser Frage ging in diesem Jahr der Berufsverband der Compliance Manager (BCM) nach. Die Fremdbildstudie ist eine unabhängige Führungskräftebefragung zur Untersuchung des Compliance-Bildes innerhalb Deutschlands. Sie fungiert als „Follow-Up“ zu der im Vorjahr erschienen Berufsfeldstudie Compliance Manager 2013 und bietet somit einen wertvollen Abgleich zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung des Berufsfeldes. Die vollständige Studie wird im Rahmen des Bundeskongresses Compliance Management Ende November 2014 vom BCM veröffentlicht und kann bereits jetzt vorbestellt werden.

Zwei Drittel der befragten 343 Teilnehmer sind der Ansicht, dass die Bedeutung von Compliance aufgrund der zunehmenden Regulierungsdichte in Zukunft wächst, über 80 Prozent halten Compliance für eine wichtiges Managementthema. Jedoch sind fast 50 Prozent der Befragten nur mäßig bis gar nicht informiert hinsichtlich des Leistungsspektrums von Compliance. Insbesondere bei Compliance-Schulungen, Kommunikation und Weiterbildung der Compliance Officer selbst sehen die Befragten Verbesserungsbedarf.

Diese und weitere erste Ergebnisse finden Sie hier.

 

Neue BCM-Fachgruppe „Verhaltenskodex“ – Ein Interview mit Peter Kuhn 

 
 

Herr Kuhn, Sie haben die neue Fachgruppe „Verhaltenskodex“ ins Leben gerufen – was hat Sie dazu bewegt?
Die Anforderungen auf Kundenseite gegenüber ihren Lieferanten, deren Verhaltensgrundsätze oder Supplier CoCs anzuerkennen haben in den vergangenen zwei Jahren in einem Ausmaß zugenommen, dass die Thematik seitens mittelständischer Unternehmen nur noch mit erheblichem Aufwand bearbeitet werden kann. Der tatsächliche Nutzen rechtfertigt den Aufwand nicht.

Welche Themenschwerpunkte möchten Sie also bei Ihrer Arbeit innerhalb der Fachgruppe setzen?
Eine Kategorisierung der Kundenanforderungen wäre interessant sowie die Entwicklung von standardisierten Antworten – je nach Kundenanforderung. Des Weiteren möchte ich einen Leitfaden zum Umgang mit den Anfragen innerhalb der Fachgruppe zusammen mit den Kollegen erarbeiten. Dazu könnte man eine Checkliste für Mitarbeiter auf Lieferantenseite entwickeln, die Kundenaufträge bestätigen. Ich habe sehr viele Ideen, die zur Diskussion stehen. Beispielsweise wäre da noch die Bereitstellung von Vorlagen zur gegenseitigen Anerkennung von Verhaltenskodizes und die Sensibilisierung von Unternehmen für die Vorteilhaftigkeit der Anerkennung von Geschäftspartnern mit gleichwertigen Compliance-Programmen. Wie Sie sehen, es gibt viele Punkte, die wir gemeinsam anpacken können.

Und was sind Ihre langfristigen Ziele für die Fachgruppe „Verhaltenskodex“?
Mein persönliches Ziel wäre, dass Unternehmen auf Kundenseite, die Verhaltenskodizes auf Lieferantenseite als gleichwertig anerkennen und die mittlerweile ausgebrochene Verhaltenskodex-Verpflichtungs-Hysterie eingedämmt wird. Die Zielsetzung wird jedoch gemeinsam in der Fachgruppe erarbeitet und kann deutlich von meiner hier geäußerten persönlichen Meinung abweichen – da bin ich ganz offen für die Bedürfnisse und Wünsche innerhalb der Gruppe.

In welcher Form planen Sie diesen Austausch innerhalb der Gruppe zu ermöglichen?
Ein erster Startschuss ist natürlich die Poster-Session am ersten Kongresstag in Berlin, wo wir mit den Teilnehmern die Themen, deren Herausforderungen und unsere „Next Steps“ konkretisieren und diskutieren werden. Danach gilt es dann, problemorientierte Lösungsansätze zu entwickeln.

Was ist Ihnen in der Interaktion mit den Mitgliedern besonders wichtig?
Dass jedes Fachgruppen-Mitglied sich jederzeit gleichberechtigt mit seinen Erfahrungen und Vorstellungen einbringen kann und dass die Arbeit im kommenden Jahr zu etwa gleichen Teilen innerhalb der Fachgruppe aufgeteilt und wahrgenommen wird.

Wie würden Sie Ihre Tätigkeit als Vice President bei der Minimax Viking GmbH beschreiben?
Als Verantwortlicher der Ressorts „Compliance“ sowie „Internal Audit“ ist mir vor allem daran gelegen beide Themen als zwei Seiten derselben Medaille zu betrachten und zu vertreten. Insbesondere im Rahmen Interner Ermittlungen hat sich die schnittstellenübergreifende Zusammenarbeit herausragend bewährt.

Und wie werden Sie Ihre Expertise in die Fachgruppe einbringen?
Mit mehr als fünf Jahren Erfahrung im Aufbau und der Leitung eines Compliance-Ressorts bei einem Unternehmen mit 8.000 Mitarbeitern wird es hinreichend Anknüpfungspunkte geben.

Noch eine Frage zuletzt: Worauf freuen Sie sich als Leiter der Fachgruppe besonders?
Auf den branchenübergreifenden Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in anderen Unternehmen, die möglicherweise ähnliche Herausforderungen zu bewältigen haben. Ebenso gespannt bin ich auf die unterschiedlichen Herangehensweisen an die Thematik. Diese führen im besten Fall zu einer „Best-Practice-Lösung“, von der alle Mitglieder im Verband profitieren können.

 

Peter Kuhn ist seit 2003 für die Minimax-Gruppe in leitenden Funktionen tätig und wird ab sofort auch die Leitung der neuen Fachgruppe „Verhaltenskodex“ im Berufsverband der Compliance Manager übernehmen. Seit 2009 verantwortet er den Compliance-Bereich der Minimax Viking Gruppe sowie seit 2011 auch das Internal Audit. Besonders wichtig ist ihm die schnittstellenübergreifende Zusammenarbeit von Compliance und Internal Audit, insbesondere im Rahmen von Internen Prüfungen. Kuhn setzt sich dafür ein, dass Unternehmen gegenseitig deren Verhaltenskodizes als gleichwertig anerkennen. Den Auftakt der Fachgruppenarbeit für den BCM bildet die Poster-Session am 26. November, die im Rahmen des Bundeskongresses im Langenbeck-Virchow Haus in Berlin stattfindet.

Sie möchten der Fachgruppe „Verhaltenskodex“ beitreten? Dann schreiben Sie uns an: geschaeftsstelle@bvdcm.de
 

Anstehende Verbands-Termine im November:

  • Arbeitstag der Fachgruppe „IT-Compliance“
    Datum: 4. November
    Ort: Ludwigshafen.
    Mehr Informationen und Anmeldung hier.
     
  • 2. Bundeskongress Compliance Management
    Datum: 26. und 27. November
    Ort: Berlin
    Mehr Informationen und Anmeldung hier.
     
  • Mitgliederversammlung
    Datum: 26. November
    Ort: Berlin
    Mehr Informationen und Anmeldung hier.
     
  • Regionalgruppen-Frühstück
    Datum: 26. November
    Ort: Berlin
    Mehr Informationen und Anmeldung hier.

 

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