Führung 4 2015

Große Compliance-Vorfälle, wie wir sie zum Beispiel bei VW derzeit beobachten, regen dazu an, über den Sinn des Compliance-Lebens nachzudenken. Hat Compliance einen Sinn, wenn die Bemühungen der Compliance Manager leicht durch den Vorstand ausgehebelt werden können? Oder denken wir an Unternehmen, die finanziell schwierige Zeiten durchleben – wo wird wohl als Erstes ein Einsparungspotential lokalisiert? In Compliance. Ist Compliance dann ein Dead End?

Der oft allegorisch verklärte „Tone at the Top“ ist bei der überwiegenden Zahl aller Unternehmen bloß eine Worthülse. Wie es wirklich um die Corporate Compliance in Deutschland bestellt ist, das können Sie in meiner „Bösenachtgeschichte“ nachlesen. Das ist eine Kommentar-Rubrik, in der ich für Sie sozusagen real existierende Compliance-Märchen schreibe.

Aber denken wir positiv: Es gibt Dinge, die können wir nicht ändern. Aber alles, was wir selbst unter Kontrolle haben, daran sollten wir arbeiten. Das ist auch der Grund, warum wir uns im aktuellen Heft mit zwei wichtigen Fragen beschäftigen:  Wie führt man in Compliance richtig? Und, verstehen die Compliance Manager wirklich ihr Geschäft? Zum einen entscheidet die Art der Führung viel über den Erfolg der Compliance im Unternehmen mit. Setzt man falsche Prioritäten oder auf die falsche Strategie, dann hat man schon von vornherein verloren.

Und nicht jeder Fachexperte ist für eine Führungsposition geeignet. In unserer Titelgeschichte „Die Kunst, ein Chief zu sein“ können Sie lesen, was man für eine Führungsposition an persönlichen Eigenschaften bringen muss, wie der aktuelle Stand der Forschung dazu ist und wie das manche Heads of Compliance der DAX-30-Unternehmen machen.

Zum anderen wollen wir Ihnen zeigen, woran manche Compliance-Programme – vor allem in Anti-Korruption – scheitern können: An mangelhafter Kenntnis des eigenen Geschäfts. Unser Special dazu heißt „Auf allen Augen blind“ und soll Sie dazu anregen, Ihre Kollegen um ehrliche Worte zu Ihrer Arbeit zu bitten. Machen Sie sich auf Überraschungen gefasst.

.Ich wünsche Ihnen dazu viel Glück und nun auch eine spannende Lektüre!

Ihre Irina Jäkel, Editor in Chief

 

Artikel aus dem Magazin

Foto: Thinkstock / Valeriy Kachaev

Auf allen Augen blind

Versteht Compliance das Geschäft? Es gibt einige in den Unternehmen, die diese Frage mit „Nein“ beantworten würden. Mag sein, dass hier ein Missverständnis über das Leistungsspektrum von Compliance vorliegt. Dennoch: Auch wenn die Kritik an den Fähigkeiten der Compliance Officer schmerzt, man sollte sich diese anhören. Es ist an der Zeit, sich in Selbstreflexion zu üben.

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Foto: Thinkstock / RamCreativ

So ist unsere Ordnung

Die Studie des Berufsverbandes der Compliance Manager (BCM) gibt eine Antwort darauf, wie derzeit die Compliance-Organisationen in deutschen Unternehmen aufgestellt sind.

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Foto: Thinkstock / Gap di gitto antonino

In vielem nicht so wie es scheint

Haushaltskrise an der Grenze zum Bankrott, Doppelmoral in der Korruptionsgesetzgebung und geringes Vertrauen in politische Institutionen. Das sind einige Fakten die Vereinigten Staaten betreffend. Wohin geht die Entwicklung? Und was bedeutet sie für die Arbeit von Compliance-Officern vor Ort?

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Foto: Privat

„Auf internationalem Niveau brauchen wir Rechtssicherheit.“

Heute gibt es fast keine Unternehmen mehr, die nicht auf irgendeine Weise global eingebunden sind. Das bringt nicht nur geschäftlichen Erfolg mit sich, sondern auch enorme Risiken. Denn kommt ein Fall von „Fehlverhalten“ hoch, wird das Unternehmen gleich in mehreren Ländern strafrechtlich verfolgt.

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Foto: Thinkstock / shironosov

Schriftlich, konkret und vollständig

Ist der Dienstvertrag des Chief Compliance Officers nun haftungsträchtig oder haftungsmindernd? Und: Wie vereinbart man die widerstreitenden Interessen mit seiner Geschäftsführung? Hier geht es um einen Vorschlag, wie man die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten des CCO im Dienstvertrag regeln könnte.

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Foto: Thinkstock / zygotehasnobrain

Sieben Kriterien für eine ethische Führung

Flache Hierarchien, kol­la­bo­ra­tiv oder doch klassisches Linienmanagement – die Frage nach der richtigen Art von Führung ist komplex. Kommt dann noch die Ethik mit ins Spiel, wird es besonders schwierig. Eine Studie hat nun sieben Kriterien für ethische Führung festgelegt.

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Foto: Thinkstock / Fuse

Die Kunst, Chef zu sein

Es soll nicht jeder eine Führungskraft werden, der nicht die Fähigkeiten dazu hat. Das ist der aktuelle Stand der Dinge zum Thema Leadership. Was muss also eine Führungskraft in Compliance leisten? Eine Analyse auf der Basis der vier Leadership-Welten: persönliche Eigenschaften, Verhalten gegenüber dem Vorstand, Führen der Compliance-Mitarbeiter sowie Compliance-Strategie.

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