Du darfst nicht 1 2017

Wir widmen uns in diesem Heft dem Thema Anti-Korruption! Mitte Februar 2017 wurde Ferdinand T., der ehemalige Geschäftsführer des Baubetriebs BLB, der dem Land NRW gehört, vor dem Landgericht Düsseldorf zu sieben Jahren Haft wegen Bestechlichkeit und Untreue verurteilt – und das nur für die Fälle, die ihm nachgewiesen wurden. Man vermutet, es gibt noch mehr...

Ermittelt wurde gegen ihn seit 2010, aber mit den Beweisen tat man sich schwer; ist klar, warum: Herr T. hinterließ wenig Beweismaterial. Die Staatsanwaltschaft trug vor Gericht vor, dass Herr T. sich immer neue Modelle ersann, um sich persönlich zu bereichern. Es drängt sich die Frage auf, ob denn keiner diesen Betrieb kontrolliert hat? Dabei hat dieser Mann nicht gerade am Existenzminimum gelebt. Er erhielt vom Land NRW ein Jahresgehalt in Höhe von 230.000 Euro und war verbeamtet. Der parlamentarische Untersuchungsausschuss schrieb über Ferdinand T. in seinem Abschlussbericht: „Er gerierte sich als Macher, der berechtigte Bedenken eigener Mitarbeiter ignorierte. Seine Entscheidungsfindungen dokumentierte er regelmäßig nicht.“ Dieses Zitat ist besonders interessant, weil es die narzisstische Persönlichkeit von Ferdinand T. offenbart. Nun sind nicht alle Narzissten kriminell. Aber Narzissten fühlen sich als etwas ganz Besonderes und haben – je nach Ausprägung des Narzissmus – die Einstellung, dass für sie gewisse Regeln nicht gelten. Kommt Ihnen dieses Grundmuster bekannt vor?

Was brauchen wir also für eine gute Anti-Korruptions-Arbeit? Die Psychologie spielt dabei eben eine der zentralen Rollen. Denn zumindest für Compliance Officer basiert eine gute Anti-Korruptions-Arbeit auf einem fundierten psychologischen Wissen, auf einer richtigen Einstellung gegenüber der eigenen Rolle und auf einem gut durchdachten und strategischen Managementsystem. Davon handelt unsere Titelstory.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre

Ihre Irina Jäkel, Editor in Chief

 

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