Transparency International

Wenig Transparenz im Finanzsektor

Die Transparenz-Rangliste der Antikorruptionsorganisation Transparency International vergleicht 105 börsennotierte multinationale Unternehmen. Sie zeigt: es gibt Nachholbedarf in vielen Bereichen. Auffallend schlecht ist das Ergebnis der 24 multinationalen Banken und Versicherungen. Sie erreichen auf der Skala von 0 (sehr intransparent) bis 10 (besonders transparent) nur einen Durchschnittswert von 4,2 und schneiden somit im Vergleich mit anderen Branchen unterdurchschnittlich ab.

Große Unterschiede gibt es laut Transparency International zwischen den einzelnen Unternehmen der Rohstoffindustrie. Auf der einen Seite bilden Statoil, Rio Tinto und BHP Billiton die Top 3 der Liste. Auf der anderen Seite belegen mit PetroChina und Gazprom zwei Unternehmen der selben Branche die schlechten Plätze 69 und 98. 

Darüber hinaus zeigt die Erhebung, dass es auch branchenübergreifend Auffälligkeiten gibt. Besonders bei der Angabe von Gewinnen und Steuerzahlungen in Ländern, in denen Unternehmen Geschäfte betreiben, mangele es bei vielen Unternehmen an Transparenz. Auch über Antikorruptionsprogramme werde nur unzureichend berichtet. So macht mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Zahlungen an Parteien und Politiker nicht öffentlich, berichtet die Organisation.

Auf der Rangliste finden sich sieben deutsche Unternehmen. Sie alle belegen Plätze im vorderen Drittel des Rankings. Allerdings fällt auf, dass keines von Ihnen Angaben zu Steuerzahlungen von Tochterunternehmen in den verschiedenen Ländern macht.

Laut Transparency International ist Transparenz eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Antikorruptionsprogramme. Grundlage für die Bewertung der Unternehmen sind öffentlich zugängliche Informationen der Unternehmen. Die Veröffentlichung „Transparency in Corporate Reporting: Assessing the World’s Largest Companies“, können Sie hier einsehen.

 

 

Das könnte sie auch noch interessieren

(c) Noerr

Aufsichtsrat in der Praxis selten an internen Ermittlungen beteiligt

Leitet ein Unternehmen interne Ermittlungen ein, ist diese Entscheidung Chefsache. Das geht aus der „Internal Investigations – Compliance-Studie 2019“ der Kanzlei Noerr und des Center for...

(c) Getty Images / Rawf8

Großer Nachholbedarf bei internen Hinweisgebersystemen

In nahezu jedem zweiten deutschen Unternehmen gab es im Jahr 2018 Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften oder interne Richtlinien. Das ist eines der Ergebnisse des...

Foto: Thinkstock / Igor Stevanovic

Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst

Eine aktuelle Studie offenbart, dass die deutschen Manager durchaus bereit sind, recht weit für ihre Karriere zu gehen. Die Frage wäre, wie weit die Compliance Officer dann zu gehen bereit wären?...

Foto: Thinkstock / monkeybusinessimages

Genug „Bucks“ und Zeit zum „Chillen“?

Fachlich spiegelt die aktuelle Berufsfeldstudie, die auf unserem Bundeskongress Compliance Management im November 2016 vorgestellt wurde, leider wenig Weiterentwicklung. Die Frage ist: Gibt es sie...

Foto: Thinkstock / kieferpix

Wirtschaftliche Chancen kommen vor Compliance

Geht es um den wirtschaftlichen Erfolg, werden Compliance-Vorschriften von Führungskräften gerne mal hinten angestellt. Das zumindest legt eine Studie zum Versicherungsschutz von...

Foto: Thinkstock / maselkoo99

Korruption ist ansteckend

Die Androhung hoher Strafen für beide Seiten scheint nicht verhindern zu können, dass sich korrupte Strukturen ausbreiten. Das zumindest legt ein Experiment australisch-neuseeländischer Forscher...