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Wann ein E-Learning zu einer wirklichen Lernerfahrung wird

Von Steffi Prange-Jones

Nach einer erfolgreichen Implementierung des E-Learnings ist die nächste Frage oftmals die nach der Effektivität und der Messbarkeit. Der Nachweis, dass man geschult hat, ist mit dem Abschlussreporting (Tick-the-Box) abgehakt. Doch welche weiteren Maßnahmen können umgesetzt werden, um sicherzustellen, dass das Online-Training effektiv ist?

Bei einem E-Learning geht es nicht nur um die Wissensvermittlung, also kognitives Lernen, sondern auch – und vor allem – um die Vermittlung von verhaltensorientierten Inhalten. Neben der Kommunikation des Wissens rund um Compliance, interne Richtlinien und Prozesse ist es vor allem wichtig, die Lernenden im Compliance E-Learning aus der passiven Rezeption in eine aktive Partizipation zu gewinnen, so dass das Wissen direkt angewandt werden kann: Sich in einem sicheren Raum ausprobieren, Verhaltensmuster und Entscheidungen treffen können, weiterführende Handlungsverläufe erleben und Kontextualisierung erfahren sind elementare Vorteile eines ausgereiften E-Learning-Konzepts. Ähnlich eines Flugsimulators ist das Erleben und Ausprobieren ein aktiver Bestandteil des Lernprozesses. Die Lernenden verbinden sich mit den Inhalten, verarbeiten diese und erarbeiten sich eigene Anwendungsstrategien, um so ihre Fähigkeiten wachsen zu lassen. Das Lernen wird hierbei von einem passiven, formellen Charakter zu einer informellen Aktivität bewegt und transformiert. In der Umsetzung ihres Wissens wird der Lernprozess nicht mehr bewusst wahrgenommen, welches einen nachhaltigen Lerneffekt erzeugt.

Tatsächlich geht es im Compliance E-Learning darum, die Lernenden im täglichen Arbeitsprozess zu unterstützen und ethische Dilemmas zu erkennen, Prozesse erfolgreich anzuwenden oder bei Bedarf an die geeigneten Kanäle zu eskalieren. Die Definition der Prozesse und das Verständnis davon, wie dies in der Praxis aussehen soll, spiegelt sich bestenfalls auch im E-Learning wider, um die Auswertungsmöglichkeiten, welche ein webbasiertes Training bieten kann, optimal nutzen zu können. Es muss klar sein, was in der Auswertung gemessen werden soll, damit das E-Learning dahingehend konzipiert und ein langfristiges Verständnis von Compliance sowie eine positive Verhaltensänderung im Unternehmen etabliert und gefördert werden können.

Die Lernenden müssen einen Zusammenhang zwischen den Inhalten, ihrer Wichtigkeit als solchen und im eigenen Umfang im Speziellen erkennen, um die benötigte Lernmotivation zu fördern und den Lerneffekt zu verstärken. Oftmals wird die Rolle der Lernmotivation in der erfolgreichen, langfristigen Etablierung des E-Learnings unterschätzt. Dass es sich hier nicht um eine bloße Reportingaufgabe handelt, sondern den Mitarbeitenden vielmehr wertvolle Methoden und Prozesse, aber auch die eigene Unternehmenskultur nahe gebracht wird, muss im E-Learning als solches verankert werden. Die Erkenntnis, dass die Inhalte für den eigenen Arbeitsbereich relevant und förderlich sein sollen und nicht als Erschwernis der Arbeit oder gar Bürde wahrgenommen werden könnten, ist zu beachten, wenn es darum geht, E-Learnings anzupassen, zu gestalten und im Unternehmen zu etablieren.

Zum einen kann dies durch die Gestaltung von realitätsnahen Szenarien implementiert werden, zum anderen ist die Kultivierung des E-Learnings durch das Top- und mittlere Management ein wichtiger Schritt in der Akzeptanz der Mitarbeiter. Der letzte Punkt ist von besonders großer Bedeutung, wenn die Einführung eines webbasierten Trainings im Unternehmen ein neuer Schritt ist. Die Mitarbeiter müssen die Gewissheit haben, dass sie genügend Zeit im Arbeitsalltag bekommen, um die Schulungsinhalte aufzunehmen und bei Bedarf besprechen zu können. Anders als in einer Präsenzschulung, bei der ein zeitlicher Rahmen speziell vorgesehen wurde, besteht bei einem E-Learning keine direkte Abgrenzung zum Arbeitsalltag, da die Schulungen meist am Arbeitsplatz mitten im Arbeitsgeschehen durchgeführt werden. Mit dem Rückhalt des Managements können durch diese unmittelbare Nähe zum Alltag Vorteile und Verknüpfungen aufkommen und äuβerst hilfreich sein. Was jetzt gelernt wurde, kann direkt in der nächsten E-Mail, im nächsten Gespräch angewandt werden. Durch eine gezielte Konzeption des E-Learnings und der Lernergebnisse kann dies auch in einem messbaren Reporting ausgewertet werden, um somit das weitere Compliance-Trainingsprogramm und die Risikostrategie mit Zuversicht zu bestimmen.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Etablierung Ihres Compliance-Trainingsprogramms – sei es bei der Einführung eines Programms oder der Erstellung weiterführender Maßnahmen. Kontaktieren Sie mich sehr gerne direkt, um sich mit mir über nachhaltige E-Learning-Strategien auszutauschen.

Als weiterführende Lektüre und Vertiefung der angesprochenen Themen empfehle ich Ihnen den Ethics & Compliance Benchmarking Report 2020 von SAI Global, der das Gesagte mit konkreten Zahlen und Daten aus über 170 globalen Compliance-E-Learning-Programmen beleuchtet.

 

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