Risikomanagement bei Drittparteien: umfassende Risiken effizient adressieren

BCK 2025/ Special

Entwickelnde Herausforderungen im Drittparteien-Risiko

Die Risikolandschaft im Bereich Drittparteien ist in den letzten Jahren deutlich komplexer und vielschichtiger geworden.
Neue Risiken, wachsende regulatorische Anforderungen, schrumpfende Budgets und zunehmende Reputationsbedenken führen zu einem dynamischen Umfeld, in dem Unternehmen Risiken bei Drittparteien über oft weit verzweigte globale Liefer- und Vertriebsnetzwerke bewerten müssen – und das möglichst schnell.

Zeit ist entscheidend – eine frühzeitige Identifikation potenzieller Risiken ist der Schlüssel, da sie hilft, Beziehungen zu erkennen, die eine vertiefte Prüfung (z. B. Enhanced Due Diligence) erfordern, bevor eine neue Drittparteienbeziehung eingegangen wird.

Diese Risikobewertung vor dem Onboarding ist entscheidend, doch ebenso wichtig ist zu betonen, dass Drittparteienrisiken keine statische Herausforderung darstellen. Die Bewertung potenzieller Risiken in Liefernetzwerken muss ein fortlaufender Prozess sein, da diese Risiken sehr dynamisch sind und sich die Risikotypen ständig weiterentwickeln.

Die Identifikation und Minderung traditioneller Risiken wie Bestechung, Korruption und Sanktionen reicht nicht mehr aus, da immer mehr Risiken – von Cyber- und ESG-Risiken bis hin zu finanziellen und geopolitischen Risiken – auftreten.

Diese sich wandelnde Landschaft bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich, da jede Risikoart mit unterschiedlichen Daten bewertet und gemanagt werden muss.

Vor diesem Hintergrund stehen Unternehmen auch vor komplexeren Compliance-Verpflichtungen. Immer mehr globale Vorschriften betonen die Notwendigkeit, Risiken proaktiv über die gesamte Lieferkette hinweg zu managen – nicht nur bei direkten Drittparteien.

Ein weiteres Problem sind steigende Kostendrucke. Unternehmen müssen zunehmend „mehr mit weniger“ erreichen, da interne Ressourcen in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld begrenzt sind.

Auch wenn ein robuster Ansatz mit höheren Kosten und Aufwand verbunden sein kann, bleibt es entscheidend, potenzielle Risiken effizient und reibungslos zu bewerten, ohne das Geschäftstempo zu verlangsamen.

Daten und Technologie für eine effektive Reaktion

Ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements bei Drittparteien ist die Implementierung einer praktikablen Screening-Lösung, die umfassende Risikoabdeckung und führende Technologie nutzt, um das Risikoumfeld zu managen.

Technologie kann Prozesse beschleunigen und effizienter gestalten, um Geschäftsunterbrechungen zu minimieren, während umfassende, vertrauenswürdige Risikodaten entscheidend für fundierte Entscheidungen über Drittparteienbeziehungen sind.

Zur effektiven Bewertung verschiedener Risikotypen sind unterschiedliche Datensätze erforderlich. Diese können beispielsweise beinhalten:

  • Unternehmensübersicht und Daten zu juristischen Einheiten, um sicherzustellen, dass Sie mit der richtigen Organisation arbeiten – dies sollte sowohl aktive als auch inaktive Unternehmen weltweit umfassen.
  • Compliance-Risikodaten für schnelles und effektives Screening und Monitoring von Personen und Organisationen innerhalb von Liefernetzwerken.
  • Negative Medienberichte, sowohl aus Print- als auch Onlinequellen, die mit einem Lieferpartner in Verbindung stehen könnten.
  • Informationen zur Unternehmensstruktur, die über die Hauptbesitzer hinausgehen und Zwischen- sowie wirtschaftlich Berechtigte aufzeigen, um ein ganzheitliches Verständnis komplexer, grenzüberschreitender Eigentumsverhältnisse zu ermöglichen.
  • Länderrisiko-Informationen, die potenzielle juristische Risiken im Zusammenhang mit einem Lieferanten beleuchten können.

Über Silo-Denken hinausgehen

Neben der richtigen Technologie und den passenden Daten ist die Einführung einer ganzheitlichen Lösung für das Onboarding im Drittparteien-Risikomanagement von grundlegender Bedeutung, da Zeit, Aufwand und Kosten für die Einrichtung und Sicherung verschiedener Lösungen zur Abdeckung aller Risikotypen erheblich sein können.

Darüber hinaus kann die isolierte Bewertung von Risiken ineffektiv sein – es besteht die Gefahr, dass bestimmte Risiken komplett übersehen werden.

Es lohnt sich daher, in eine einzige Lösung zu investieren, die verschiedene Risiken über das gesamte Spektrum hinweg identifizieren kann – eine Lösung, die in der Lage ist, mehrere, unterschiedliche Drittparteien-Datensätze zu integrieren und eine klare, ganzheitliche Sicht auf Drittparteienrisiken zu liefern.

Unternehmen, die diesen Weg gehen und proaktiv zukunftsorientierte Strategien im Drittparteien-Risikomanagement entwickeln, können Risikominderung in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln – durch Prozesse, die disqualifizierende Faktoren bei Drittparteien effizient identifizieren, bevor diese zu kostspieligen Geschäftsunterbrechungen, regulatorischen Maßnahmen oder Reputationsschäden führen.

 

Bei Fragen steht Ihnen das Team von LSEG Risk Intelligence auf dem Bundeskongress Compliance (06./07. November in Berlin) gern persönlich zur Verfügung.