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Studie

Wirtschaftliche Chancen kommen vor Compliance

Für Führungskräfte scheint es klar: Sind sie vor die Wahl gestellt, ob sie sich bei einer Entscheidung an den wirtschaftlichen Chancen für ihr Unternehmen orientieren oder an der Absicherung durch die Compliance-Regeln, dann hat Compliance oft das Nachsehen. Das zumindest zeigt eine Studie zum Stand von Führungskräfteversicherungen (D&O).

So sagen 60 Prozent der Führungskräfte, dass ihre Entscheidungen zuerst dem Unternehmen wirtschaftliche Chancen sichern sollen. Immerhin 40 Prozent geben aber an, dass ihre Entscheidungen zuerst durch geltende Compliance-Vorschriften abgesichert sein sollen. Die Werte beziehen sich auf das Jahr 2016.

Mit Blick auf den Erhebungszeitraum 2015 zeigt sich sogar ein positiver Trend. So sprachen sich damals noch 66 Prozent für die wirtschaftlichen Chancen und 34 Prozent für die Compliance-Regeln aus.

Die Studie „Managerhaftung 2017“, für die im Auftrag des D&O-Versicherers VOV GmbH im Januar 2017 200 Geschäftsführer deutscher Unternehmen befragt wurden, richtet den Blick in erster Linie auf den Stand der Managementversicherungen.

Ausgehend von den Einschätzungen der Befragten identifiziert die Studie mit 57 Prozent Ansprüche von Insolvenzverwaltern als den häufigsten Schadensfall für Unternehmensverantwortliche. Andere Schadensfälle sind nach Ansicht der Manager dienstvertragliche Auseinandersetzungen (44 Prozent), Unternehmensschaden durch Kalkulationsfehler (33 Prozent) und Ansprüche im Zusammenhang mit Übernahmen und Fusionen (26 Prozent). Das Nichtbeachten von Compliance-Vorschriften schlägt mit 28 Prozent zu Buche und ist damit der am vierthäufigsten genannte Schadensfall. Im Vergleich zum Vorjahr wirkt dies wie ein deutlicher Rückgang. 2015 waren es noch 33 Prozent. Jedoch zeigen die Werte der Jahre 2014 und 2013 mit 27 beziehungsweise 36 Prozent vergleichbare Schwankungen.

 

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